Region 8
Thüringer Becken, Vogtland, Thüringer Wald

Das Opfermoor bei Niederdorla
Ein uralter Gabenplatz für die Göttin
Daniela Parr


Das Opfermoor von Niederdorla wird schon mindestens seit dem 6. Jahrhundert vor unserer Zeit als Kultstätte genutzt. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass hier während der Hallstattzeit auf einem Muschelkalksteinaltar Speisen in Gefäßen als Gaben an die Göttin im Moor versenkt wurden. An Hand von verbrannten Holzresten wurde das Frühjahr als Zeitpunkt des Gabenfestes bestimmt.

         

Mitten in einem Rundheiligtum, das von einem Wall umgeben war, stand ein steinernes Kultidol. Der Göttin waren kleine Holzidole zur Seite gestellt. Auch Webstuhlgewichte wurden gefunden. Durch Knochenfunde wurde festgestellt, dass der Göttin Ziegen geopfert wurden. Sehr wahrscheinlich handelte es sich um eine Fruchtbarkeits- bzw. Vegetationsgöttin.

Später, im 5. Jahrhundert, wurden zwei Schiffsheiligtümer ausgegraben. Das eine Grab enthielt Rinderopfer und war einer Göttin geweiht, das zwei Grab beinhaltete einen Pferdeschädel mit einem Pfahl und war einer männlichen Gottheit geweiht.

Daniela Parr

Vom Parkplatz aus empfieht es sich, zuerst das Museum anzuschauen. Dort kann eine Eintrittsmünze gekauft werden, die am Tor zum Opfermoor in die Drehtür eingeworfen werden muss. Auf dem Weg zum Opfermoor kommt frau außerdem am geografische Mittelpunkt Deutschlands vorbei, der durch einen aufrecht stehenden Stein angezeigt wird.